|
Verdrängen mobile Multimediageräte den MP3-Player? |
|
|
Montag, 28. Juni 2010 um 14:11 Uhr |
|
Eine Aera neigt sich dem Ende zu. Ende der 90er Jahre kamen die ersten MP3-Player auf den Markt und schossen mit dreistelligen Wachstumsraten nach oben. Ihren Höhepunkt erreichte die Nachfrage im Jahr 2005. Damals wurden in Deutschland 8,4 Millionen Geräte für insgesamt fast 700 Millionen Euro verkauft. Seitdem sinkt der Umsatz mit MP3- und MP4-Playern von Jahr zu Jahr. Nach neuesten Angaben des Hightech-Verbands Bitkom soll der Umsatz 2010 um 21 Prozent auf 400 Millionen Euro und der Geräteverkauf um 14 Prozent auf 5,7 Millionen Stück schrumpfen. Die Deutschland-Zahlen bewegen sich im europaweiten Trend: In der EU gehen Umsatz und Geräteverkauf dieses Jahr jeweils um 15 Prozent zurück, mit 28,6 Millionen verkauften Geräten werden 2,6 Milliarden Euro umgesetzt. Basis der Bitkom-Angaben sind aktuelle Daten des European Information Technology Observatory (EITO).
Neben einer allgemeinen Marktsättigung spielt die zunehmende Konvergenz eine wichtige Rolle. Immer mehr Geräte (zum Beispiel Handy, Smartphone, Netbook) können MP3-Dateien abspielen. Einen ähnlichen Trend haben auch die Marktanalysten von The Boston Consulting Group erkannt. Sie prognostizieren, dass Tablet-PCs und E-Book-Reader die „MP3-Player dieses Jahrzehnts“ seien. In einer Umfrage unter 13.000 Webnutzern in Europa kam heraus, dass jeder zweite der Befragten (49 Prozent) in den kommenden drei Jahren so ein Gerät kaufen will. Zwei Drittel wollen damit auch im Web surfen, E-Mails bearbeiten, Videos ansehen und Musik hören.
Bevor der Fachhandel nun aber sein MP3-Player-Angebot radikal reduziert, sollte er genau überlegen, wie viele seiner Kunden gerade die Vorteile eines reinrassigen MP3-Players schätzen: kleinste Abmessungen, minimales Gewicht, schnelles und komfortables Handling und lange Akkulaufzeit. In Extremsituationen wie etwa beim Sport können maximal multifunktionale und kleinformatige Handys mit entsprechendem Speicher eine echte Alternative sein.
Weitere Informationen unter: www.bitkom.org und www.bcg.de.
|