Auswirkungen des EU-Energielabels für TVs E-mail
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Friday, 03 June 2011 07:10

Die Zeit des Energiefressens ist vorbei - zumindest für Fernseher. Viele TVs entsprechen schon heute den EU-Anforderungen. Doch welche Auswirkungen hat das Stromsparen auf den Sound?

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Auf einen Blick - auf dem mindestens 6 x 12 cm großen EU-Label stehen alle relevanten Infos zum TV. Quelle: Sharp

Was bei Weißer Ware bereits seit Jahren Standard und wichtige Entscheidungshilfe beim Kauf ist, wird ab Ende 2011/Anfang 2012 auch bei Fernsehern Pflicht: Das EU-Energielabel. Schon seit dem 28. Dezember 2010 dürfen die Hersteller ihre stromsparenden TVs entsprechend kennzeichnen. Anfangs wird es sieben Abstufungen (A bis G) geben. Diese werden nach dem Energieeffizienzindex (EEI) berechnet, der vor allem auf der Leistungsaufnahme in Watt im Verhältnis zur sichtbaren Bilddiagonale basiert. Eingebaute Festplatten und die Zahl der Empfangsmodule werden dabei berücksichtigt, nicht aber beispielsweise das Netzwerk oder das interne Soundsystem.

Entsprechend den aktuellen Vorgaben darf etwa ein 40-Zoll-Fernseher nur 49 bis 63 Watt Leistung aufnehmen, um in die A-Kategorie zu kommen. Laut Angaben der GfK kommen derzeit 24 Prozent aller angebotenen Fernseher auf einen Verbrauch von unter 100 Watt. Auch andere Branchenkenner erwarten, dass das Gros der aktuellen TVs bei der Label-Pflicht eher in der Kategorie C und D zu finden sein wird.

TV-Anbieter, die möglichst viele Fernseher „im grünen Bereich“ anbieten wollen, müssen somit entweder Größe und Leistungsumfang der TVs möglichst abspecken oder auf effiziente Technologien wie LED und intelligente Soundsysteme setzen. Zur letztgenannten Gruppe gehören seit Jahren beispielsweise Sharp, Samsung und Philips, die gut ausgestattete und großformatige TVs anbieten, die dennoch bislang mit dem EU-Eco-Label ausgezeichnet wurden.

Doch reicht die Soundqualität der Flat-TVs in Zeiten von HD und 3D aus? Die Antwort könnte von Radio Eriwan stammen: Im Prinzip ja, zumindest für Nachrichten und Standard-TV-Kost. Aber um echtes Kinoerlebnis auch daheim zu erreichen, bedarf es externer Unterstützung.

Selbst bei Sharp, das die Qualität der 2.1-Soundsysteme in allen TVs betont, ist man sich bewusst, dass der Kunde an heimischen Kinoabenden Soundunterstützung durch Home Cinema Anlagen bedarf. Die CEMIX-Zahlen untermauern die Aussage. So wurden nach langer Durststrecke 2010 wieder mehr Home Cinema Systeme und Lautsprecher verkauft, wobei der Umsatz deutlicher als die Stückzahlen stieg.

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LED-TVs wie das Samsung-Modell UE55D8090 sind sehr sparsam

Dabei kommen nicht nur TV-Anbieter mit ihrem Zusatzangebot an Soundbars und -systemen (2.1- bis 7.1.Surround) auf ihre Kosten, auch Spezialanbieter empfinden die Strom- und damit oftmals einhergehenden Funktionseinsparungen der TVs als positiv für ihr Geschäft. Onkyo beispielsweise unterstützt seine Handelspartner mit Infos und Schulungen, wie diese ihren TV-Showroom optimal mit Soundsystemen ausstatten sollten. Und Yamaha bietet verschiedene Soundsysteme - von platzsparenden Soundprojektoren über Front Surround bis explizite Heim-Kino-Pakete. Kein Wunder: Wer einen hochwertigen HD- und 3D-fähigen Großbildfernseher kauft, will das komplette Heimkino-Feeling, und dazu gehört nun mal der Sound als emotionale Komponente.

Highend-Anbieter wie Burmester spüren den Nachfrageanstieg noch nicht. Wenn überhaupt, werde sich der Effekt nach Unternehmensmeinung erst in Jahren einstellen. Die Berliner befürchten jedoch, dass die EU schon bald auch Sound-Wiedergabegeräte reglementieren wollen. Laut ersten Planungen soll eine Beschränkung der Leistungsaufnahme von Audiosystemen auf 25 Watt im Gespräch sein, was für Audiospezialisten wie Burmester ein Debakel wäre. Die Highend-Soundsysteme werden, sobald das EU-Label Pflicht wird, wohl in der Regel mit einer Energieeffizienzklasse von E oder gar F gekennzeichnet werden. Dann kann der Handel diese Geräte den Kunden allein über den Soundgenuss schmackhaft machen.