Warum spielen Energiekosten keine Rolle in der IT-Budgetplanung? E-mail
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Thursday, 08 April 2010 10:32

Deutsche Unternehmen sehen Energie als einen der Hauptkostenverursacher in der IT. Dennoch herrschen zwischen diesem Bewusstsein und tatsächlichem Verhalten deutliche Unterschiede. Das ergab eine weltweite Studie im Auftrag des globalen IT-Beratungsunternehmens Avanade, bei der mehr als 500 Manager und IT-Verantwortliche in Deutschland und 15 weiteren Ländern befragt wurden.

Heiko Leicht, Director Data Center Technology & Operations bei Avanade Deutschland erklärt: „IT-Budgets und Ressourcen sind knapp bemessen. Dies stellt Unternehmen vor eine harte Aufgabe, wenn sie ihre Profitabilität erhalten und gleichzeitig ihre Service-Qualität verbessern wollen. Analysten schätzen, dass die Mehrheit der Unternehmen in den kommenden Jahren genauso viel Geld für den Energieverbrauch unternehmenseigener Rechenzentren ausgeben wird wie für ihre Hardware-Infrastruktur.” Unternehmen müssten sich demnach mit nachhaltigen Alternativen auseinandersetzen, die beispielweise Server-Virtualisierung und Cloud Computing böten: „Nur so sind sie in der Lage, ihre IT-Budgets anzupassen und steigenden Kosten konkrete Maßnahmen entgegenzusetzen.“

Die Ergebnisse der Studie, die vom Marktforschungsinstitut Kelton Research durchgeführt wurde, zeigen einen deutlichen Unterschied zwischen der jeweiligen IT-Budgetplanung und den Faktoren, die bei Implementierungsvorhaben für Unternehmen wichtig sind. Das Thema Energieverbrauch wird in der IT demnach zwar durchaus als wichtig erachtet, im Controlling hat dieser Aspekt aber bislang noch keinen Einzug gefunden.

  • So gaben mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmen weltweit und 43 Prozent der befragten deutschen Unternehmen an, vor der Implementierung eines Systems sämtliche Kosten zu erfassen.
  • Zudem meinten 97 Prozent der deutschen Befragten (89 Prozent weltweit), dass Kosten eine bedeutende Rolle bei der Kaufentscheidung von IT-Systemen in ihrem Unternehmen spielten.
  • Eins von vier befragten Unternehmen hierzulande gab weiterhin an, dass der Energieverbrauch der IT zu den drei größten Kostenverursachern im Jahr gehöre.


Strommast hochTrotz dieses Wissens um den Energiehunger von IT tun nur wenige Unternehmen etwas dagegen. So gab knapp die Hälfte der deutschen befragten Unternehmen (47 Prozent; weltweit 53 Prozent) an, Energiekosten in der Kalkulation ihrer IT-Budgets nicht zu berücksichtigen. Budgetiert werden hingegen vornehmlich Kosten für Softwarelizenzen, Hardware-Kosten, Personalkosten sowie Kosten externer Dienstleister. Darüber hinaus meinten lediglich 23 Prozent der heimischen Befragten (weltweit 26 Prozent), dass eine Reduzierung des Energieverbrauchs wichtig sei, um Kosten in der IT zu senken.

Die Studienergebnisse zeigen weiter: Geht es um die Überlegung, Cloud Computing und Software-as-a-Service (SaaS) im Unternehmen zu nutzen, sind Kosten ein entscheidendes Kriterium. Gleichzeitig gab mehr als die Hälfte der deutschen Befragten (57 Prozent, 51 Prozent weltweit) an, dass auch der Energieverbrauch einen entscheidenden Faktor bei der Überlegung darstelle, Virtualisierung zu nutzen.

Das meint auch das Fraunhofer Institut. Es schätzt, dass bis zum Jahr 2020 in Deutschland 12.300 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr für Server und Rechenzentren verbraucht werden. Heute sind es rund 9.500 GWh. Der Gesamtverbrauch der IT macht heute bereits zehn Prozent des deutschen Gesamtstrombedarfs aus. Dieser Wert wird bis 2020 um mehr als 20 Prozent steigen. In der IT sind gerade Server und Rechenzentren kritische Bereiche. Denn obwohl Unternehmen meist lediglich zwischen zehn und 30 Prozent ihrer verfügbaren Rechenleistung nutzen, verbrauchen die Systeme etwa so viel Strom wie unter voller Auslastung. Davor warnen auch Analysten: Die Energiekosten im Data Center könnten schon in wenigen Jahren mehr als die Hälfte des IT-Budgets verschlingen. Mit Virtualisierung kann man diesem Trend entgegenwirken.

Weitere Informationen unter: www.avanade.de


Fotos: Thomas Max Müller/Pixelio, Niko Korte/Pixelio